Newsletter

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und hier finden Sie die Newsletter als PDF.

Newsletter 3/2015

Liebe Leserin, lieber Leser,
liebe Freunde der Stiftung!

Das Projekt „Eine Note besser!“, das wir Ihnen in diesem Newsletter vorstellen, ist eine besondere Herausforderung für unsere Stiftung. Erstmals haben wir selbst ein Projekt initiiert und gemeinsam gemeinsam mit SoNet - Soziales Netzwerk München e.V. und weiteren Partnern nach Wirkungskriterien entwickelt. „Eine Note besser!“ ist für uns ein wichtiger Baustein, mit dem wir unserer Vision näher kommen wollen, die da lautet: „Alle Kinder und Jugendlichen haben unabhängig von ihrem Elternhaus, ihrer Herkunft und ihren Lebensverhältnissen die gleichen Bildungs- und Lebenschancen und verlassen die Schule mit einem Abschluss. Sie haben so eine stabile Basis für eine Ausbildung oder ein Studium, für ein lebenslanges Lernen und zur gesellschaftlichen Teilhabe.“

Des Weiteren stellen wir Ihnen in diesem Newsletter musische Förderprojekte vor, die sich an Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Milieus oder aus Einrichtungen der Flüchtlingshilfe wenden. Musische und künstlerische Entwicklung zu fördern, ist ein großes Anliegen der Stifterin Christa Castringius. Denn gleichzeitig mit der Freude am Musizieren und am Musikgenuss kann Musik ein einzigartiges Medium der Selbstentfaltung sein.

Musik macht schlauer!

castringius enzmann introSingen und Musizieren fördern die Lebensqualität und eine ganzheitliche Entwicklung. So wird etwa beim Singen und Musizieren durch die aktive Nutzung beider Gehirnhälften die kognitive Entwicklung positiv beeinfl usst; öffentliche Auftritte fördern das Selbstbewusstsein; bei Eigenproduktionen lernen die Kinder und Jugendlichen, sich selbst besser einzuschätzen, sich etwas zuzutrauen; und sie lernen, dass sie zusammenarbeiten müssen, wenn das Projekt gelingen soll. Gemeinsam Musik zu machen, ist eine gemeinschaftsstiftende Erfahrung, die das soziale Miteinander fördert. Vielfach erweitern diese Projekte auch den Bildungshorizont der Kinder, eröffnen ihnen neue Wege zur gesellschaftlichen Teilhabe und zu einem wichtigen Kulturgut.

Dies sind nur einige Beispiele für die positiven Auswirkungen musischer Bildung, bei der das Machen im Vordergrund steht und nicht die Theorie. Die Betreuer der Kinder und Jugendlichen schildern stets begeistert von den positiven Auswirkungen musischer Bildung auf die Persönlichkeit der Kinder und Jugendlichen und von einer Verbesserung des Lernverhaltens sowie häufig sogar auch der Leistungen. Denn wer ausgeglichen und selbstbewusst ist, Freude erlebt und in die Klasse gut integriert ist, kann auch besser lernen.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und freuen uns auf den Austausch mit Ihnen. Vielleicht in einem unserer Netzwerke oder auf einer unserer Veranstaltungen? Wo wir aktiv sind und was es dazu Neues gibt, erfahren Sie ebenfalls auf den folgenden Seiten.

Herzliche Grüße,
Ihre Christa Castringius & Frank Enzmann

fördern.

Eine Note besser!

eine note besserDas Projekt wurde für Kinder in der Grundschule entwickelt, denen es schwer fällt, in der Klasse mitzuhalten, und die aus den unterschiedlichsten Gründen den Schulalltag ohne ihre Eltern meistern müssen. „Eine Note besser!“ begleitet sie über die gesamte Grundschulzeit in ihrer persönlichen Entwicklung und fördert individuell ihre kognitiven, emotionalen und sozialen Kompetenzen. Die Kinder werden darin unterstützt, ihre Potenziale auszuschöpfen sowie die Lehrplanziele der jeweiligen Jahrgangsstufe zu erreichen. Dabei spielen die Freude am Lernen und eine hohe Lernmotivation eine tragende Rolle. Das Projekt zielt darauf ab, mehr Chancengerechtigkeit herzustellen. Am Ende der Grundschulzeit sollen die Kinder fähig sein, die Verantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen.

Im Einzelnen verfolgt „Eine Note besser!“ folgende Ziele:

  1. In jeder Jahrgangsstufe erreichen alle geförderten Kinder die jeweiligen Lehrplanziele. Fachliche und fachübergreifende Kompetenzen werden kontinuierlich erweitert.
  2. Die Sprachkompetenzen und das Ausdrucksvermögen der Kinder verbessern sich kontinuierlich, sie entwickeln Freude am sprachlichen Ausdruck.
  3. Das Lernklima in der Klasse ist positiv und geprägt von Lernmotivation und Schulfreude.
  4. Die Kinder erweitern kontinuierlich ihre Kompetenzen bezüglich ihrer persönlichen Entwicklung (z. B. positive PeerBeziehungen; konstruktiver Umgang mit den eigenen Emotionen, u. a. auch mit negativen Gefühlen; konstruktiver Umgang mit Misserfolgen; realistische Selbsteinschätzung).

CS NL 03 15 v5 28Projektstart war der Schuljahresbeginn 2015/16 an der Grundschule an der Weißenseestraße. Hier wird das Modell beispielhaft erprobt und weiterentwickelt. In den nächsten Jahren soll es auf weitere Schulen übertragbar sein.

„Eine Note besser!“ wurde in Kooperation von Gesellschaft macht Schule mit dem pädagogischen Netzwerk „kreativo“, der Initiativ-Gruppe – Interkulturelle Begegnung und Bildung e.V. (IG) sowie SprachBewegung e.V. entwickelt und von ihnen umgesetzt. Bei der Entwicklung waren zusätzlich die Castringius Kinder und Jugend Stiftung München und So- Net e.V. – Soziales Netzwerk München beteiligt. Die Entwicklungskosten werden von SoNet getragen.

Neuland Klassik

Wer unseren Online-Newsletter mit den Veranstaltungshinweisen liest, kennt die Benefizkonzerte der Interkulturellen Stiftung Kolibri. Zum Konzert im Oktober waren auch 225 junge Menschen mit Migrations oder Fluchthintergrund eingeladen – und sie verließen den Herkulessaal mit strahlenden Gesichtern. Begeistert von einer für sie bisher unbekannten Musik, freuten sie sich, wieder ein bisschen mehr von der deutschen Kultur kennengelernt zu haben.

Möglich wurde dies durch eine gute Vorbereitung dieses Abends und das Zusammenspiel unterschiedlichster Akteure:

  • Die Jugendlichen bekamen eine Einführung in die Musik und das Programm des Konzertes während des regulären Unterrichts durch Absolventinnen des Kulturführerscheins des Evangelischen Bildungswerks München.
  • Sie wurden von ihren Lehrkräften in das Konzert begleitet.
  • Die Castringius Kinder und Jugend Stiftung München übernahm gemeinsam mit der Petra-Kelly-Stiftung die Kosten für die Eintrittskarten. Alle anderen Leistungen, die zusätzlich zum Unterricht entstanden, wurden ehrenamtlich erbracht.
  • Das Konzert wird im Unterricht gemeinsam nachbereitet.

An den beruflichen Schulen in Bayern gibt es weder Musik noch Kunstunterricht. Wie wichtig er wäre, zeigen aber diese Zeilen aus dem Förderantrag: „Von uns befragte LehrerInnen sagten übereinstimmend, dass bei gelegentlichen früheren Konzert und Kunstausstellungsbesuchen die SchülerInnen sich später immer wieder darauf bezogen und gefragt hätten, wie sie erneut Konzerte und ähnliche Ereignisse besuchen könnten. Manche, die bereits daheim ein Instrument gespielt hätten, hätten versucht, damit wieder anzufangen, andere SchülerInnen laden sich seitdem gelegentlich einmal Klassikstücke auf ihr Handy.“

www.kolibri-stiftung.de

Zuversicht durch Musik

In diesem Haus für Mutter und Kind in der Bleyerstraße leben Schwangere oder Frauen mit bis zu zwei Kindern, die keine Wohnmöglichkeit haben oder akut von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Sie wohnen in Ein- oder Zwei-Zimmer- Apartments, führen selbstständig ihren Haushalt und versorgen eigenverantwortlich ihre Kinder. Darüber hinaus erhalten sie intensive Betreuung und Unterstützung mit dem Ziel einer selbstständigen Lebensführung außerhalb des Mutter-Kind- Hauses.

Ebenso intensiv und liebevoll werden die Kinder begleitet und betreut. Beim Einzug mussten sie ihr gesamtes Umfeld aufgeben, verlieren häufig den Kontakt zu vorherigen Freunden, müssen die Tagesbetreuungseinrichtung wechseln und stehen so gerade anfangs unter großem Stress. Durch vielfältige Angebote, die den Kindern Spaß machen, werden vor allem die sozialen, sprachlichen und motorischen Kompetenzen der Kinder gefördert. So können sie auch einmal wöchentlich an einem Flöten und Trommelunterricht teilnehmen.

Vordergründig lernen die Kinder Noten lesen, rhythmisches Gestalten und das Spielen auf einem Instrument. Schnell wird dabei deutlich, wie sehr die Psyche der Kinder vom gemeinsamen Muszieren – etwa auf den selbst gebauten Trommeln – profitiert. Sie können sich entspannen, haben Erfolgserlebnisse, genießen das Miteinander und gewinnen an innerer Stärke, wenn sie erleben, dass sie ihr Instrument immer besser beherrschen. Und wer 20 Stunden am Flötenunterricht teilgenommen hat, dem wird die Leihflöte als Geschenk überreicht – sie gehört fortan dem Kind selbst, ein ganz besonderer Moment für die Kinder und zugleich Motivation, auch schwierige Phasen durchzustehen.

www.mutter-kind-haus.org

vermitteln.

CS NL 03 15 v5 27Stärken bündeln Das Clean Projekt Neuhausen e.V. (CPN) ist eine Mischung aus Treffpunkt, Mittagstisch, Lernhilfe, Beratung sowie Sportund Fitnessangeboten. Über die Jahre hat es sich zu einer wichtigen Anlaufstelle für junge Flüchtlinge entwickelt: Täglich kommen rund 120 junge Menschen unterschiedlichster Nationalität in die Einrichtung. Unter ihnen viele unbegleitete Minderjährige, die auch von Betreuern ihrer Jugendhilfe-Einrichtungen auf das CPN verwiesen werden, sei es zur Freizeitgestaltung oder Lernhilfe.

Zwischen der Schule am Winthirplatz und dem CPN gibt es eine enge Kooperation: Die Kinder der Übergangsklassen erhalten nach dem Vormittagsunterricht im CPN ein frisch gekochtes Mittagessen und kehren dann zu einem speziellen Nachmittagsprogramm, bei dem die Kinder gezielt gefördert werden, in die Räume der Schule zurück. Diese Maßnahme der Nachmittagsbetreuung wurde ebenso wie auch das CPN über viele Jahre von der Castringius Stiftung gefördert. Lange war unklar, ob diese Modell im neuen Schuljahr 2015/16 fortgeführt werden kann: Das CPN konnte die Kosten für Mittagstisch nicht mehr aufbringen, und der Verein, der die Nachmittagsbetreuung bisher anbot, zog sich zurück, um sich auf einen anderen bestehenden Standort zu fokussieren. Es fehlte also an Geld und Personal für Mittagstisch und Förderunterricht. Finanznot ist das CPN gewohnt, denn trotz der stetig steigenden Besucherzahlen, gelingt es bis dato nicht, die Stadt für ein stärkeres finanzielles Engagement zu gewinnen.

CS NL 03 15 v5 26Auf Vermittlung der Castringius Stiftung wurde nun eine Lösung für die Kinder der Übergangsklasse der Winthir-Grundschule gefunden: Der gemeinnützige Verein Sport trifft Kunst e.V. konnte als Kooperationspartner gewonnen werden, um den Kindern von Montag bis Freitag eine optimale Betreuung und Förderung bis 16 Uhr zu bieten. Sport trifft Kunst e.V. ist jetzt offizieller Träger dieser Mittagsbetreuung, die über staatliche und kommunale Zuschüsse wie auch Elternbeiträge finanziert wird. Bedürftige Kinder erhalten Zuschüsse zu Essen und Betreuung über die jeweiligen Sozialbürgerhäuser. Der Mittagstisch wird weiterhin vom CPN angeboten.

Die dadurch freigewordenen Fördermittel der Castringius Stiftung kommen künftig vollumfänglich der Lernhilfe im CPN zugute, die sich vor allem an Jugendliche der Einrichtung wendet.

http://clean-projekt-neuhausen.de
www.sport-trifft-kunst.de
www.gswinthir.musin.de

Sie fragen – Experten antworten

Die Expertencheck-Sprechstunden richten sich vor allem an kleine Organisationen und Projekte ohne Budget für externe Beratung. Dass sich auch in 45 Minuten Fragen klären lassen, um etwas auf den Weg zu bringen, zeigen diese Zeilen eines Besuchers der September-Sprechstunde. „Ich wollte mich nochmals ganz herzlich für die Möglichkeit zur Teilnahme am Expertengespräch bedanken. Es war ein sehr nettes und vor allem informatives Gespräch. Wir haben Ihre Tipps bereits im Team besprochen und sogar schon teilweise umgesetzt.“

Die nächste Expertensprechstunde findet am Donnerstag, dem 19.11.2015, statt. Teilnahme nur nach Anmeldung.

www.kinderstiftenzukunft-muenchen.de/expertencheck-sprechstunden.html

vernetzen.

Auf einem erfolgreichen Weg

SoNet Logo transparent 250Diese Netzwerk wurde vor rund zwei Jahren von Frank Enzmann, Vorstand der Castringius Kinder und Jugend Stiftung München, und Martin Schütz, Vorstand der Stiftung Otto Eckart, ins Leben gerufen. Sie war eine Antwort auf die vielen Herausforderungen, vor denen Stiftungen stehen. Ziel war es, die Kooperation mit anderen Stiftungen zu intensivieren, Synergien besser zu nutzen sowie einen starken Dachverband aufzubauen, der auch offen ist für die Aufnahme weiterer gemeinnütziger Organisationen.

SoNet sollte der Ausgangspunkt für unterschiedlichste Projekte der Mitglieder werden, bei denen die jeweiligen Leistungen mit denen anderer verbunden werden, um gemeinsam Synergien zu nutzen, zielgruppenorientierte Lösungen zu entwickeln und so einen Mehrwert für alle Beteiligten zu schaffen. Es sollte aber auch eine Plattform entstehen für gesellschaftliche Diskurse, in denen unorthodoxe Fragen aufgeworfen, mutige Lösungsansätze gefunden und auf ihre Wirksamkeit geprüft werden.

CS NL 03 15 v5 25Vieles konnte bereits auf den Weg gebracht werden. Der Weg zu einem starken, lokalen Dachverband für gemeinnützige Organisationen und Stiftungen ist fast vollzogen und etliche innovative Projekte konnten mit der Unterstützung von SoNet realisiert werden. Beispiele dafür sind

  • BiNet – Bildungsnetzwerk München
  • Eine Note besser! 
  • Kongress Kinder.Stiften.Zukunft. München 
  • Geberkonferenz für Flüchtlinge in München 
  • www.willkomeninmuenchen.de 
  • Juki – Kinder und Jugendfestival

Über einige dieser Projekte haben wir im letzten Newsletter bereits berichtet, Informationen zu „Eine Note besser!“ und zum JuKiFestival 2015 finden Sie in dieser Ausgabe.

www.sonet-muenchen.de

Ein Magnet für Jung und Alt

JUKI2015 Logo 150217 250CS NL 03 15 v5 23CS NL 03 15 v5 24Zum 4. Kinder und Jugendfestival „JuKi – Da will ich hin!“ am Sonntag, dem 11. Oktober 2015, kamen über 4.500 Besucher. Mehr als 100 Organisationen, Vereine, Initiativen und Stiftungen boten ihnen ein umfangreiches, kostenfreies Informations und Mitmachprogramm auf dem ehemaligen Pfanni-Gelände am Münchner Ostbahnhof, der derzeitigen Kultfabrik und dem zukünftigen Werksviertel.

Für die ausstellenden Organisationen sowie für Freiwillige und Förderer war das JuKi wieder eine ideale Plattform zum Austauschen, Netzwerken und Informieren über Möglichkeiten des sozialen Engagements. Breites Interesse fanden auch die Informationen zum zukünftigen „Werksviertel“, das im JuKi-Gelände als neuer, familienfreundlicher Stadtteil entsteht und dessen Baufortschritt immer mehr zu sehen ist.

Ein besonderes Highlight war die Verleihung des „Prix International pour les enfants“ an den Skirennläufer Felix Neureuther. Als Nationaler Botschafter von „fit4future“, einer Gesundheitsinitiative der ClevenStiftung, engagiert er sich mit seinem Projekt „Beweg Dich schlau!“ für Kinder und Jugendliche. Der Preis wurde stellvertretend von seinen Eltern Rosi Mittermaier und Christian Neureuther entgegengenommen, da Felix bereits in den Alpen beim Training für die kommende Skisaison ist.

Veranstaltet wurde JuKi 2015 von der Stiftung Otto Eckart, der Castringius Kinder und Jugend Stiftung München, der BayWa Stiftung, der Kinder und Jugendstiftung der Stadtsparkasse München, der Stiftung GuteTat.de und dem Sozialreferat der Landeshauptstadt München.

www.juki-festival.de

Termine

19. November 2015 9.00–12.00 Uhr
Expertencheck-Sprechstunde
Teilnahme nur nach Anmeldung.

http://www.kinderstiftenzukunft-muenchen.de/experten-check-sprechstunden.html

10. Dezember 2015
6. Münchner Bildungskonferenz
unter der Leitung des Referats für Bildung und Sport

www.muenchner-bildungskonferenz.de