Header NL 3 2016 smallLernen hat viele Gesichter und findet an unterschiedlichsten Lern- und Lebensorten statt. Und Lernen müssen nicht nur Schülerinnen und Schüler, auch Erwachsene oder Experten sollten sich nie auf ihrem Wissen ausruhen sondern es stets aktuell halten.

So reicht das Spektrum dieses Newsletters vom Lernen durch Engagement oder kreativem Schreiben über Lernen durch Inklusion bis hin zu Lernen durch Dialog.

Liebe Leserin, lieber Leser,
liebe Freunde der Castringius Stiftung,

CSundFE 250ein Kind wird im Kindergarten auffällig; das ist leider erst mal nichts Besonderes. Aber dieses Kind kommt aus einem sogenannten gutbürgerlichen Elternhaus und die Mutter kämpft mit Erfolg für ihren Sohn. Die Familie selbst holt sich professionelle Hilfe und letztendlich schafft sie es sogar, dass auch die Erzieher/innen des Kindergartens, den ihr Sohn damals besuchte, gemeinsam ein Training besuchen können. Dort beschäftigen sie sich intensiv damit, wie sie bei den Kindern soziale und emotionale Kompetenzen fördern und damit Verhaltensauffälligkeiten vorbeugen. Konkret heißt das, sie leiten die Kinder an, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen können. Sie lernen Strategien kennen, „schwierige“ Kinder aus ihren negativen Rollen zu befreien und Konflikte zwischen Kindern so zu begleiten, dass diese ihre Streitigkeiten immer selbstständiger lösen können. Und sie lernen, wie sie als Pädagogen mit sogenannten „Dauerbrennern“ umgehen können. Langfristig profitieren alle Beteiligten von einer Situation, die ihnen über eine längere Zeit sehr viel abverlangt hat.

Erfahrungen weitergeben

Die Mutter will jetzt ihre Erfahrungen weitergeben. Bei ihrem Kind wurde mittlerweile Hochbegabung festgestellt, was so manchen Konflikt in Nachhinein verständlicher macht. Bei ihren Recherchen hat sie von vielen ähnlichen Fällen gehört oder betroffene Familien kennen gelernt. Gespeist aus ihren persönlichen Erfahrungen und den Ergebnissen ihrer Recherchen, will sie nun Erzieher/innen und Lehrkräfte für das Thema Hochbegabung sensibilisieren und in ihrer Kommune ein Kompetenznetzwerk aufbauen.
Erste Gespräche – etwa mit dem Bürgermeister und Schulleitungen – haben sie in ihrem Vorhaben bestärkt. Jetzt ist sie auf der Suche nach Menschen und Organisationen, die sie finanziell oder mit Know-how unterstützen.
Das Problem dabei: Die Projektidee existiert nur in ihrem Kopf, und bei Nachfragen kann sie nur auf Konzepte ähnlich gelagerter Initiativen verweisen. Dieses Problem haben viele Projekte, die sehr plausibel klingen und in denen viel Herzblut steckt: Wenn man genau hinschaut, entdeckt man zahlreiche offene Fragen, was die konkrete Umsetzung der Idee angeht.
Aus Erfahrung können wir all diesen Projekten nur raten: Machen Sie ein Konzept. Es darf gerne kurz und prägnant sein. Aber es braucht klare Aussagen über Ziele und Zielgruppen, über die Wege, mit denen dieses Ziel erreicht werden soll. Idealerweise sollte es auch noch die angestrebten Wirkungen beschreiben und wie sie belegt werden können. Eine erste Erkenntnis ist dann oft: Das Projekt muss fokussierter werden.

Was will ich erreichen?

Ein Konzept, eine Strategie, und Wirkungsorientierung sind kein Selbstzweck, keine Formalie, die man erfüllen muss, wenn man Mitstreiter gewinnen will. Vielmehr helfen sie, die eigenen Ideen zu sortieren und einer kritischen Prüfung zu unterziehen sowie Ressourcen effizient einzusetzen, statt sich zu verzetteln und das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren.
Denn auch wenn Wirkungsorientierung und -messungen nicht begründen können, warum man Menschen helfen will, so können wir alle durch die daraus gewonnenen Erkenntnisse lernen, wie man Menschen am besten helfen kann, damit für sie eine gute Lebensqualität entsteht. Und wie wir Zweifler von der Sinnhaftigkeit sozialer Arbeit und von Bildungsmaßnahmen überzeugen. Übrigens: Der Kongress Kinder.Stiften.Zukunft. München ist eine ideale Gelegenheit, mehr über die Wirkung zu erfahren und sich mit Kollegen auszutauschen.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihre Christa Castringius & Frank Enzmann

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fördern.

Lernen durch Engagement

lernen durch engagementGrundschüler üben im Deutschunterricht das betonte Vorlesen – ihr Können erproben sie unmittelbar in einem Kindergarten und lesen dort Märchen vor. Mittelstufenschüler beschäftigen sich in Sozialkunde mit dem demografischen Wandel, in Biologie lernen sie die Ursachen für Demenzerkrankungen – und machen mit Bewohnern eines Seniorenheims Gedächtnistraining. Realschüler beschäftigen sich in Biologie mit Ökosystemen und heimischen Pflanzen – und legen in Kooperation mit dem Umweltschutzverein einen Naturlehrpfad mit Infotafeln an.

Das sind nur drei Beispiele, wie Lernen durch Engagement (LdE) schulischen Unterricht und Inhalte der Bildungs- und Lehrpläne mit gesellschaftlichem Engagement verknüpft. Jedes LdE-Projekt wird von den Schülerinnen und Schülern gemeinsam mit den Klassen- bzw. Fachlehrern geplant und reflektiert, denn das ist ein zentraler Punkt von LdE: Jugendliche und Kinder engagieren sich nicht losgelöst oder zusätzlich zur Schule für das Gemeinwohl, sondern in einem schulischen Rahmen. LdE kann in allen Schulformen und mit Kindern und Jugendlichen aller Altersstufen durchgeführt werden und ist für fast alle Schulfächer geeignet.
Viele Kinder und Jugendliche machen im Rahmen von LdE ihre ersten Erfahrungen mit gesellschaftlichem Engagement und erleben dabei, dass sie gebraucht werden und andere Menschen unterstützen können. Und oft entdecken auch die Lehrerinnen und Lehrer ganz neue Seiten an ihren Schülern und sind beeindruckt von deren Ausdauer und Einsatzbereitschaft.

LdE-Kompetenzzentrum für München

Um LdE auch in Münchner Schulen zu etablieren, will die Stiftung Gute-Tat ein regionales Kompetenzzentrum aufbauen, das Münchner Schulen, Lehrer und Engagement-Partner bei der Umsetzung gemeinsamer LdE-Projekte unterstützt.

Derzeit laufen unter anderem mit der Stadt und potenziellen Förderern intensive Gespräche, um die Arbeit langfristig zu finanzieren. Gemeinsam mit der Stiftung Gute-Tat und dem bayerischen Kultusministerium entwickeln wir derzeit einen Engagement-Preis, um LdE zu fördern und zu verbreiten.

www.gute-tat.de/helfen/lde/


Lernen durch kreatives Schreiben

kreatives schreiben 2

Beim Stichwort kreatives Schreiben denken wir zuerst an Kurse für Erwachsene, die vielleicht einmal einen Roman schreiben wollen. Aber kreatives Schreiben fördert auch die Entwicklung und das Selbstbewusstsein von Kindern und Jugendlichen.

Wie beim Malen kann man beim Schreiben Schätze heben, Erleben und Erlebten eine Gestalt verleihen und sich mit persönlichen Themen spielerisch auseinandersetzen. Zugleich lernen die Kinder und Jugendlichen selbstbewusst mit vorhandenen Sprachkenntnissen umzugehen und sie auszubauen – und so „ganz nebenbei“ werden auch ihre Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten weniger. Selbst Kinder und Jugendliche, die außerhalb dieses Projektes noch eine intensive Sprachförderung erfahren, erleben kreatives Schreiben nicht als weiteres Sprachtraining, und gerade das macht Fortschritte spielerisch möglich.

Die Stiftung Gesellschaft macht Schule organisiert diese Projekte in Kooperation mit Sprachbewegung e.V. sowie zahlreiche ähnliche Projekte mit großem Erfolg an Grund- und Mittelschulen in München.

Für ihr Projekt „Sozialtraining: Team & Sport“ wurde die Stiftung mit dem PHINEO Wirkt-Siegel für wirkungsvolles gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. Auf dem Kongress Kinder.Stiften.Zukunft. München im Oktober 2016 informiert die Geschäftsführerin Dr. Sandra Mittag im Workshop „Wirkung logisch!“ praxisnah, wie man Projekte wirkungsorientiert plant und umsetzt.


Lernen durch Chormusik

Die Jungen Chöre München sind weit über die Grenzen der Landeshauptstadt bekannt. Ihre Konzertreisen führen sie in fast alle europäischen Länder sowie nach Übersee. Das Repertoire reicht von geistlicher Chormusik aller Stilrichtungen bis zu einem breit gefächerten weltlichen Programm.

Im Stammchor sind rund 70 Buben und Mädchen. Sie werden in unterschiedlichen Kursen und Solostunden von mehreren Chorleitern, Gesangs- und Instrumentalpädagogen individuell gefördert und an die Chorarbeit herangeführt.

Des Weiteren gibt es eine musikalische Früherziehung für Kinder ab vier Jahren und eine Nachmittags- und Hausaufgabenbetreuung sowie gemeinsame Freizeitgestaltung.

Die Jungen Chöre pflegen weltweit Chorfreundschaften; dazu gehören auch Einladungen und Gegenbesuche. Dabei wohnen die jungen Sängerinnen und Sänger meist in Gastfamilien. So entsteht neben der musikalischen Verbundenheit auch ein lebendiger Austausch zwischen unterschiedlichen Kulturen und Lebenswelten.

Anders als ähnliche Chöre gibt es kein angeschlossenes Internat, sondern eine Kooperation mit einem Gymnasium, an dem auch eine Chorklasse gegründet wurde. Damit Kinder aus finanzschwachen Familien ebenfalls in den Genuss dieser musikalischen Ausbildung kommen und an den Reisen des Chores teilnehmen können, werden sie durch entsprechende Entlastung unterstützt.

www.junge-choere-muenchen.de


vermitteln.

Auf Initiative von Frank Enzmann, Castringius Stiftung, und Martin Schütz, Stiftung Otto Eckart, wurde unter dem Dach von SoNet – Soziales Netzwerk München e.V. die Veranstaltungsreihe „Format Dialog“ entwickelt.

Auf dem Programm stehen insbesondere für Stiftungen hochaktuelle Themen, wie sie etwa durch die aktuelle Niedrigzinsphase entstehen.

Der Name Dialog ist auch hier Programm: Die Teilnehmer haben bereits während der Vorträge und Präsentationen Gelegenheit, Fragen zu stellen, die in einen input-orientierten Austausch münden. Ziel von „Format Dialog“ ist vor allem ein hoher praktischer Nutzen für den Alltag der Teilnehmer.

www.sonet-muenchen.de


vernetzen.

Lernen durch Inklusion

juki impressionen small In einer inklusiven Gesellschaft ist es normal, verschieden zu sein. Im Lateinischen heißt includere einlassen und einschließen; in der Soziologie meint man damit, dass jeder Mensch so, wie er ist, akzeptiert wird sowie gleichberechtigt und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann – unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft, von Religionszugehörigkeit oder Bildung, von eventuellen Behinderungen oder sonstigen individuellen Merkmalen. Im Alltag bringen es viele so auf den Punkt: Es ist normal, unterschiedlich zu sein.

Das Kinder- und Jugendfestival JuKi, am Sonntag, den 16. Oktober 2016, füllt diese Definition ganz praktisch mit Leben. Denn während es für viele Eltern vor allem ein Tag ist, an dem sie sich an den zahlreichen Infoständen informieren oder vielleicht auch erstmals das neue Werksviertel erkunden können, ist das JuKi für Kinder ein Mitmach-Tag.

In unzähligen Angeboten und Workshops begegnen sie sich auf Augenhöhe und erproben und entdecken ihre Fertigkeiten, egal, ob ein Münchner Kindl oder Kind einer nach München geflüchteten Familie, egal, ob Fußgänger oder Rollstuhlfahrer, egal, ob aus einem gut situierten Elternhaus oder aus schwierigen Verhältnissen. Auch diese selbstverständliche Mischung macht das JuKi zu etwas Besonderem.

Ein paar Beispiele für das breite Spektrum, das die Kinder und Jugendlichen bis 16 Jahre und ihre Eltern am 16. Oktober 2016 erwartet: ein inklusives Kletterangebot mit Schnupperbouldern, ein Tigerentenrennen, ein Zirkus, Lego mit einer großen Spielfläche, Upcycling-Basteln, Sumo-Ringen für Kids, Tanzworkshops, Hiphop meets Classic, ein Berührungsbecken mit Seesternen und Krabben, Rollstuhlbasketball, Straßenfußball oder eine Workshop für Inline-Skater.

Mit dabei sind viele Projekte, die auf dem Gelände angesiedelt sind, Projekte für Kinder mit Behinderungen und für geflüchtete Kinder. Und wenn es dann auch mal ein bisschen ruhiger sein soll, kann man etwa die Künste einer brasilianischen Tanzgruppe bewundern, die im Rahmen der Kinderkulturkarawane durch Deutschland tourt und auf dem JuKi Station macht, Disney on Ice oder den Schwarzen Ritter von Kaltenberg erleben oder exklusiv den Film „Mara und der Feuerbringer“ von Tommy Krappweis sehen.

www.juki-festival.de
www.facebook.com/jukifestivalmuenchen


Lernen durch Wirkung

KSZ 2016 workshop small

Viel ist derzeit davon die Rede, Projekte von der beabsichtigten Wirkung her zu planen und zu evaluieren. Dabei darf aber Wirkung nie zum Selbstzweck werden; vielmehr geht es darum, die so gewonnenen Erkenntnisse zu bewerten und für die Zukunft zu lernen und Projekttransfers möglich zu machen. Ein weiterer Vorteil: Wer klar belegen kann, wie sich die Lebenssituation etwa von Kindern und Jugendlichen durch eine Maßnahme verbessert, kann auch sein Projekt in der Öffentlichkeit erfolgreicher kommunizieren.

Auf dem Kongress Kinder.Stiften.Zukunft. München am 27. Oktober 2016 beleuchten wir in Vorträgen und Workshops unterschiedliche Aspekte von Wirkung und laden Sie ein, sich mit anderen Teilnehmern darüber auszutauschen.

www.kinderstiftenzukunft-muenchen.de


Lernen durch Dialog

Stiftungen stehen derzeit vor der Herausforderung, das Stiftungskapital einerseits sicher, zugleich aber auch renditeträchtig anzulegen. Zusätzlich verlangt der „Geist“ der Stiftung, möglicherweise sogar die Satzung, nicht nur nachhaltig zu wirken, sondern auch nachhaltig anzulegen.

Die vielfältigen Aufgaben und Pflichten des Stiftungsvorstands im aktuellen Kapitalmarktumfeld werden am 25. Oktober 2016 im Rahmen eines Expertendialogs beleuchtet und hinterfragt. Die Teilnehmer profitieren von den praxisorientieren Lösungsansätzen der Referenten und haben Gelegenheit, Antworten auf ihre Fragen aus erster Hand zu bekommen.


Wir gratulieren!

Martina Münch-Nicolaidis hat den Aufbau unserer Stiftung intensiv begleitet, ist von Beginn an Mitglied des Kuratoriums und maßgeblich an der Organisation des Kongresses Kinder.Stiften.Zukunft. München beteiligt.

Für ihr Engagement als Gründerin und Geschäftsführerin der „Nicolaidis YoungWings Stiftung“ wurde sie im Juli mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.


Termine

JuKi – Kinder- und Jugendfestival

16. Oktober 2016, 11.00–17.00 Uhr

Grafinger Straße, Werksviertel am Münchner Ostbahnhof

www.juki-festival.de

Dialog: Stiftungsvermögen: Nachhaltigkeit und Rendite

25. Oktober 2016, 9.00 bis 12.00 Uhr

WERK1 München, Grafinger Straße 6

Weitere Informationen und Anmeldung unter www.sonet-muenchen.de „Aktuelles/Termine“

Kinder.Stiften.Zukunft. München

27. Oktober 2016, 8.30–16.15 Uhr

WWK Lebensversicherung a.G., Marsstr. 37, München

Infos und Anmeldung unter www.kinderstiftenzukunft-muenchen.de

Expertencheck-Sprechstunden 2016

24. November 2016

Wie immer gilt: Die Einladung mit Angabe der Themen und Experten wird jeweils rechtzeitig vor dem Termin verschickt. Eine Teilnahme ist nur nach Anmeldung möglich. Wir nehmen Sie gerne in unseren Verteiler auf. Bitte informieren Sie uns per Mail unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!