Newsletter

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Newsletter 4/2016

Liebe Leserin, lieber Leser,
liebe Freunde der Castringius Stiftung,

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sicher kennen Sie dieses afrikanische Sprichwort: „Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf.“ Seine Kernaussage lässt sich auch auf eine moderne Großstadt wie München übertragen: Soll aus einem Kind ein selbstständiger, zufriedener und sozial kompetenter Erwachsener werden, der sein Leben meistert, braucht es neben der Familie auch ein stabiles und engagiertes gesellschaftliches Umfeld. Besonders deutlich wird das bei Kindern, deren Eltern aus unterschiedlichsten Gründen nicht in der Lage sind, sie bestmöglich zu fördern.

Zukunft – unabhängig von der Herkunft

Ein bildungsfernes Elternhaus, Langzeitarbeitslosigkeit und ein Familieneinkommen unter der Armutsgrenze: Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen sozialer und wirtschaftlicher Herkunft und Bildungserfolg. Kinder und Jugendliche aus sogenannten schwierigen Verhältnissen und/oder mit Migrationshintergrund haben meist nur einen unzureichenden Zugang zu Bildung. Ermöglichen wir ihnen diese Bildung, können diese Kinder und Jugendlichen ihr Potenzial entfalten und entwickeln – und später ihr Leben selbst in die Hand nehmen; sie werden dann auch in einer immer komplexeren Welt nicht abgehängt.

Unsere Stiftung besteht nunmehr seit acht Jahren. In dieser Zeit haben wir viele Projekte und Organisationen kennengelernt, die es sich zur Aufgabe gemacht haben einzuspringen, wenn das Elternhaus nicht ausreichend unterstützen kann. Oder den Eltern zur Seite zu stehen, damit sie ihre Aufgaben bessern meistern.

Des Weiteren haben wir viele Stiftungen und Vereine, Sozialpädagogen, Pädagogen und Psychologen, Lehrinnen und Lehrer, Experten, Mitarbeiter von Wohlfahrtsverbänden, kommunalen und staatlichen Stellen und viele mehr kennengelernt, die sich mit ganzer Kraft für das Wohl von Kindern und Jugendlichen einsetzen. Und ebenso viele Ehrenamtliche, die dafür einen nicht unerheblichen Teil ihrer Freizeit reservieren.

Sie alle zusammen sind wohl ein Teil des Dorfes, das ein Kind braucht, um gut aufzuwachsen. Welchen Beitrag wir als Castringius Stiftung leisten wollen, um diese Engagement zu unterstützen, wird in unserem Leitsatz deutlich: fördern. vermitteln. vernetzen. Diese Dreiteilung hat sich über die Jahre entwickelt und bewährt.

Was die Förderung angeht, haben wir uns für zwei sich ergänzende Wege entschieden: Über die Projektförderung hinaus leisten wir auch Einzelförderung. So übernehmen wir beispielsweise Kosten für individuelle Lernförderung, die Ausstattung mit Unterrichtsmaterial oder Finanzierung eines Musikinstruments. Voraussetzung dafür ist selbstverständlich, dass öffentliche Mittel ausgeschöpft sind und ein Sozialbericht vorliegt, der den Antrag ausdrücklich unterstützt. In diesem Newsletter erhalten Sie einen Einblick, wie wir diesen Förderbereich gestalten.

Gemeinsam stärker werden

Zusätzlich setzen wir auf Vernetzung. So, wie sich die Projekte und Träger untereinander oder mit Einrichtungen und Institutionen vernetzen, die für die eigene Arbeit oder die Kinder relevant sind, so müssen auch Stiftungen kooperieren. Gemeinsam können sie bessere Ergebnisse erzielen, gezielter unterstützen und neue Wege erproben. Vielleicht nutzen Sie die nächsten Tage, um wieder einmal einen Blick auf Ihr persönliches Dorf zu werfen oder das Dorf, das Sie für „Ihre“ Kinder und Jugendlichen bereits aufgebaut haben. Denn je besser man sich kennt, desto besser kann man zusammenarbeiten.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihre Christa Castringius & Frank Enzmann


fördern.

Der ursprüngliche Gedanke, der allen Stiftungen gemeinsam ist, die Geld direkt an Einzelpersonen vergeben, ist, unmittelbare Not zu lindern und soziale Härten zu mildern; im Förderalltag fokussieren sich fast alle Stiftungen auf ausgewählte Bereiche.

Der Förderschwerpunkt der Castringius Stiftung ist Bildung, dies gilt auch für die Einzelförderung. Das macht umso mehr Sinn, als sich dadurch immer wieder Synergien zwischen der Projektförderung und der Unterstützung von Einzelpersonen ergeben.

Mittel werden insbesondere für die Förderung der Nach- und Hausaufgabenhilfe für Kinder in Abschlussklassen vergeben, für Schulgeld, Instrumentalunterricht oder die Übernahme des Eigenanteils für den Mittagstisch oder bei Chorklassen.

Hier einige Bespiele aus unserem Förderalltag, die diese Verknüpfung deutlich machen:

Lerngruppen und Eigenbeteiligung

Der Verein Hafis e.V. bietet in enger Zusammenarbeit mit Grundschulen Lerngruppen an. Dieser Förderunterricht wird jeweils dem individuellen Wissensstand der einzelnen Kinder angepasst, dabei werden die Inhalte des Unterrichts in den Hauptfächern in bis zu drei Stunden täglich wiederholt und vertieft. Durch diese Lernhilfen verbessern sich die schulischen Leistungen und die Kinder finden Anschluss an das Lernniveau der Klasse.

Die Castringius Stiftung fördert Hafis seit Jahren, die Eltern müssen aber ebenfalls einen finanziellen Beitrag leisten. So gering er auch ist, ist er für manche Eltern immer noch zu hoch. In diesen Fällen wird die Projektförderung durch gezielte Einzelförderung ergänzt, damit der Besuch der Lernhilfe möglich wird.

www.lernhilfe-hafis.de

Musikunterricht und Instrumente

Das Mädchenheim in Gauting ist eine therapeutische Einrichtung für schwer traumatisierte Mädchen im Alter von zwölf bis 18 Jahren. Das Therapie- und Betreuungsangebot umfasst auch Musikunterricht, Kunst- und Theaterprojekte sowie Tanz- und Bewegungsklassen. Zudem können die Mädchen im Einzelunterricht ein Instrument erlernen.

Auch in zahlreichen anderen Fällen werden Musikinstrumente finanziert oder die Kosten für einen Konzertbesuch im Rahmen des Musikunterrichts übernommen, wenn Eltern diesen Betrag nicht aufbringen können.

www.maedchenheim-gauting.de

Stipendien an der Musikhochschule

Musische und künstlerische Begabungen zu fördern, ist ein wichtiger Förderbereich der Stiftung und auch ein großes Anliegen der Stifterin Christa Castringius. Mit der Hochschule für Musik und Theater München sind wir seit Gründung der Stiftung eng verbunden. So gibt es nicht nur gemeinsame Konzertveranstaltungen, die Stiftung finanziert auch einjährige Stipendien für angehende Musiker, die es ihnen erlauben, sich auf ihre Ausbildung zu konzentrieren. Auch der Kauf eines Musikinstrumentes kann unterstützt werden.

www.musikhochschule-muenchen.de


vermitteln.

Einzelförderung koordinieren

In München gibt es eine Vielzahl von Stiftungen, die Menschen in besonderen Lebenslagen finanziell unterstützen, wenn gesetzliche Hilfen nicht (mehr) greifen. Einige dieser Stiftungen tragen bekannte Namen wie etwa der Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung oder die Marianne-Strauß-Stiftung. Andere werden unter einem zentralen Dach verwaltet und viele wirken eher im Stillen.

Dreizehn dieser Stiftungen – unter ihnen die Castringius Stiftung – und das Stiftungsamt der Stadt München bilden gemeinsam den Arbeitskreis befreundeter Stiftungen. Zweimal jährlich tauscht man sich über aktuelle Entwicklungen aus, diskutiert Fragen der Antragsprüfung und -bewilligung und informiert sich gegenseitig bei Bedarf über Veränderungen der Förderschwerpunkte.

Wichtige Kooperationspartner dieser Stiftungen sind die Sozialbürgerhäuser. Sie helfen etwa bei der Antragsstellung und prüfen die Bedürftigkeit. Selbstverständlich werden dabei der Daten- und Persönlichkeitsschutz vollumfänglich gewahrt. Bei Bedarf werden auch dringende Anträge unbürokratisch an befreundete Stiftungen weitergereicht.

Schnelle Hilfe in der Not

Wie gut und reibungslos diese Zusammenarbeit funktioniert, bewies sich beispielsweise rund um den Großbrand, bei dem im November an der Dachauer Straße drei Menschen ums Leben kamen.

Partner dieses Arbeitskreises und des Münchner Stiftungskreises haben in kürzester Zeit die Kosten für deren Beerdigung einschließlich der Überführung in die Heimat zur Verfügung gestellt, nachdem dieses Anliegen über den Münchner Stiftungskreis an sie herangetragen wurde. Den Hinterbliebenen war es ein großes Anliegen, ihren Angehörigen diese letzte Ehre zu erweisen.


vernetzen.

Umzug erfolgreich

WWK VersicherungDer diesjährige Kongress Kinder.Stiften.Zukunft. München fand erstmal in den Räumen der WWK Versicherung statt. Teilnehmer, Referenten und das Orgateam bedanken sich für die herzliche Aufnahme und die gute Bewirtung. Wir haben uns wohlgefühlt und freuen uns auf den nächsten Kongress und die weitere Zusammenarbeit!


Wirkung kommunizieren

Bud WillimWenn von Wirkung die Rede ist, geht es meist darum, wie man Wirkung misst, Parameter und Ziele festlegt. Dazu gab es bei Kinder.Stiften.Zukunft. München einen sehr praxisbezogenen und gut besuchten Workshop.

Andere Referenten gingen der Frage nach, was sich in der Kommunikation verändern sollte, wenn man wirkungsorientiert arbeitet. Zum einen ging es darum, wie erfolgreiche Projekte weniger darüber reden, was sie erreichen wollen, und mehr darüber, was sie erreicht haben.

Ein anderer Schwerpunkt war, wie man Kommunikation wirkungsorientiert ausrichtet und damit auch das Image schärft. Weiter gab es zahlreiche Tipps und Tricks, wie man unterschiedliche Social-Media-Kanäle bestmöglich bespielt und wie wichtig gute Geschichten für den Dialog mit den Zielgruppen sind.

Reibung erzeugt Wirkung

Pfarrer SchiesslerPfarrer Schießler hielt am Ende des Tages vielmehr eine Predigt als einen Vortrag und gab den Teilnehmern viele Fragen und Gedanken mit auf den Heimweg. Er ermunterte sie, gut eingetretene Pfade zu verlassen oder gegen den Strom zu schwimmen, wenn es darum geht, bestmögliche Lösungen für die Kinder und ihren Auftrag zu finden. Es zeuge aber auch von menschlicher Größe, sich mal was sagen zu lassen und einen anderen Weg zu gehen, weil jemand dazu rät.

Er forderte eindringlich Freiräume für Kinder, in denen diese nichts tun und nichts leisten müssen. Diese Atmosphäre bräuchten sie dringend als Ausgleich zu den vielfältigen Anforderungen, mit denen sie bereits in ihrem jungen Leben konfrontiert seien.

Eindrucksvoll berichtet er über seine eigenen schulischen Erfahrungen und von seinem Vater, der vier Jahr lang mit ihm Latein lernte, in dieser Lernzeit nur für ihn da war und sich mit seiner ganzen Energie und Ausdauer „für ihn reinhängte“. Ohne diese Unterstützung hätte er die jeweiligen Klassenziele nicht erreicht. Er wünsche sich für alle Kinder eine so intensive und zugewandte Begleitung.

www.kinderstiftenzukunft-muenchen.de

Besucher begeistert

„Da will ich hin!“, so lautet der Slogan von JuKi –Kinder- und Jugendfestival, und mehr als 4.000 Kinder, Jugendliche und ihre Eltern nahmen ihn im Oktober wörtlich. Strahlender Sonnenschein und eine entspannte, fröhliche Atmosphäre lagen über dem Gelände und Groß und Klein erfreuten sich an dem vielfältigen, kostenfreien Informations- und Mitmachangebot der fast 140 Organisationen, Vereine, Initiativen und Stiftungen aus den Bereichen Bildung, Ernährung, Gesundheit und Inklusion bis Neue Medien, Sport, Tanzen und Theater.

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Viele Besucher nutzten auch die Gelegenheit, einen ersten Eindruck vom neuen Werksviertel zu gewinnen, vom Dach des Werk 3 einen fantastischen Blick über München zu genießen und die neuen oder bewährten Eventlocations im Münchner Osten kennenzulernen.

www.juki-festival.de

Das nächste JuKi wird am 15. Oktober 2017 stattfinden

Termine – Save the Date

Dienstag, 28. März 2017

Von Angesicht zu Angesicht: Wir schaffen es (doch). Gelingt die Integration?

Auf Einladung von SoNet – Soziales Netzwerk München und dem Münchner Stiftungskreis kommt Heinz Buschkowsky, Politiker, Autor und langjähriger Bezirksbürgermeister in Berlin-Neukölln, nach München.

Nähere Informationen: www.buschkowsky-in-muenchen.de
Karten sind ab Januar bei MünchenTicket erhältlich.

Die Stiftung ist Mitglied in beiden Netzwerken.

MünchnerStiftungsFrühling 2017

Freitag, 24. März, bis Donnerstag, 30. März 2017
Auftakt: 24./25. März 2017 in der BMW Welt

Das Programm erscheint in Kürze
Weitere Informationen: www.muenchnerstiftungsfruehling.de