Die Stifterin Christa Castringius

christa castringius Christa Castringius hat gemeinsam mit ihrem Mann Rudolf die Castringius Kliniken GmbH & Co. KG aufgebaut und rund 40 Jahre geführt. Nach dem Unfalltod ihres Mannes – sie war zu diesem Zeitpunkt selbst 70 Jahre alt – stand sie vor der Frage, wie sie mit dem Nachlass und Vermögen der Familie weiter verfahren will. Sie entschloss sich zu einer umfassenden Neuordnung. Ein zentraler Punkt dabei: die Gründung der gemeinnützigen "Dr. Rudolf und Christa Castringius Kinder & Jugend Stiftung München".

Mit dieser Stiftung möchte die Ärztin und vierfache Mutter vor allem Kindern und Jugendlichen aus einkommensschwachen und armen Verhältnissen in München und Umgebung gute Bildungschancen, auch auf musikalischem Gebiet, ermöglichen.

 

 

Interview mit Christa Castringius

Frau Castringius, warum engagieren Sie sich als Stifterin?
Die Idee einer eigenen Stiftung bewegte meinen Mann und mich schon seit geraumer Zeit. Wir hatten beide den Wunsch, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Unsere eigenen Kinder sind gesund und gut versorgt, insofern kamen wir sehr schnell auf das Stiften. Es gab bereits einen konkreten Anwaltstermin, als mein Mann leider 2007 tödlich verunglückte. Von da an lag es an mir alleine, die Idee der Stiftung umzusetzen.

Was wollen Sie mit Ihrer Stiftung erreichen?
In München leben viele Kinder und Jugendliche, deren Leben von der Arbeitslosigkeit der Eltern, von Perspektivlosigkeit und sozialer Ausgrenzung geprägt ist. Flüchtlinge kommen oft traumatisiert und mittellos nach einer langen und gefährlichen Flucht bei uns an. Armut hat viele Gesichter, aber eine Auswirkung hat sie immer: Wenn in Familien das Geld knapp ist, leiden vor allem die Kinder darunter und sie spüren die Auswirkungen in allen Lebensbereichen, auch wenn es um eine gute Schulbildung oder Ausbildung geht. Es ist mir ein persönliches Anliegen, ihre Bildungschancen zu verbessern und damit auch ihren Start in ein eigenständiges Leben. Frank Enzmann, der Vorstand unserer Stiftung, und ich diskutieren und beschließen alle Förderpläne und -aktivitäten miteinander. Er ist mir dabei eine unentbehrliche Hilfe.

Wie viel Zeit setzen Sie ein?
Mein zeitliches Engagement für unsere Stiftung gestaltet sich sehr unterschiedlich. In der Anfangsphase war ich teilweise 20 bis 30 Stunden in der Woche beschäftigt. Das hat sich natürlich verringert, weil man mit der Zeit die Abläufe besser kennt, die Vernetzung mit den Partnern intensiver ist und auch unsere stiftungseigenen Strukturen besser und effektiver funktionieren.

Wie reagiert Ihr Umfeld?
Meine Kinder stehen dem Engagement der Stiftung sehr positiv gegenüber. Im weiteren Umfeld halte ich mich persönlich mit meiner Stiftung im Hintergrund und betreibe keine aktive Werbung. Die Stiftung ist eher mein sehr persönliches Anliegen.

Hatten Sie besondere Erlebnisse oder Wendepunkte in Ihrem Leben, die Sie zum Stiften bewogen haben?
Wir haben glücklicherweise keinen Schicksalsschlag erfahren müssen, der uns zur Gründung einer eigenen Stiftung bewegt hätte. Hinter unserem Engagement stand kontinuierlich die Einstellung, dass wir dort helfen wollen, wo Menschen in Not sind. Diesen Wunsch können wir mit der eigenen Stiftung ideal realisieren.

Was haben Sie sich für die Zukunft vorgenommen?
Für die Zukunft habe ich mir vorgenommen, die Vernetzung mit anderen Partnern zu verbessern. Ich wünsche mir, dass noch mehr unserer Initiativen mit anderen Stiftungen gekoppelt werden, sodass auch größere Projekte durch Mitwirkung der Castringius Kinder & Jugend Stiftung umgesetzt werden können.


Wir danken der Tabaluga Kinderstiftung, dass wir dieses Interview mit Christa Castringius übernehmen dürfen.